Farbtupfer in der Kulturlandschaft

31.07.2011 in Presseberichte. Kommentare deaktiviert für Farbtupfer in der Kulturlandschaft.

33. Neuburger Sommerakademie: Gestern war die Eröffnungsveranstaltung. Festredner Dr. Thomas Goppel lobte die Einrichtung als beispielhaft

Von Barbara Würmseher

Neuburg Wo sich sonst meist abends der Vorhang für Komödien, Tragödien, Ballett und Musik hebt, füllten sich gestern schon zur Mittagsstunde Parkett und Ränge. Das gebotene Schauspiel war ja auch außergewöhnlich: Zum Auftakt der 33. Sommerakademie tummelte sich im Neuburger Stadttheater ein Auditorium, das zwischen andächtiger Aufmerksamkeit und aufgeregter Erwartungsfreude schwankte.

Und dieser herzlichen Atmosphäre des Miteinanders setzte der illustre Eröffnungsgast mit seiner launigen Rede das I-Tüpfelchen auf: Dr. Thomas Goppel, der Präsident des Bayerischen Musikrats, gratulierte nicht nur zu den Erfolgen der vergangenen Jahre. Er wünschte vielmehr, die Stadt Neuburg möge auch zukünftig „die Tradition der Neuburger Sommerakademie weiterführen, reich mit immer Neuem bestücken und die Tore für die Kunst der Welt immer offen halten“.

Jene Tore, die schon im Stadtwappen einladend offen stehen, erweckten in Goppel den Eindruck einer Stadt, die sich öffnet – auch für Unbekanntes, nicht Alltägliches –, die neugierig ist „auf kulturelle Impulse aus aller Welt“. Doch wer eintreten soll durch diese Tore, dem muss auch etwas geboten werden. Denn, so Goppel, „wenn man sich entschließt, auf Ferien am Meer zu verzichten, um lieber in alten Mauern seinen geistigen Horizont zu erweitern, dann muss das Angebot schon überzeugend sein.

Wie spannend und vielfältig es ist, erläuterte der Präsident des Bayerischen Musikrats in einem Rückblick auf die Entwicklung der Neuburger Sommerakademie, die als einer der ältesten und bewährtesten Bayerns im Übrigen von anderen vergleichbaren Einrichtungen mitunter kopiert werde. Steigende Zahlen an Kursen, Teilnehmern, Dozenten waren Pfunde, mit denen Goppel wucherte.

Die Sparte Musik liegt dem Präsidenten des Bayerischen Musikrats innerhalb des gesamten opulenten Neuburger Programms naturgemäß am nächsten. Alte Musik, Klassik und Jazz werden gepflegt in Orchester-Workshops und Korrepetition, in Gesang und Instrumentalmusik. Ja bis zum Singen ohne Noten spannt sich der Bogen. Schließlich setzt der Biagio-Marini-Wettbewerb, der einzige permanente internationale Wettbewerb für Alte Musik seit 1999 Akzente. Neben der inhaltlichen Vielfalt betonte Goppel ein weiteres Positivum: „Hier sind Hochschulstudenten künstlerischer Fächer ebenso willkommen, wie Musikschullehrer, freiberufliche Musiker oder fortgeschrittene Musikschüler.“ Dies sei gerade im Sinne der unerlässlichen Weiterbildung, ja des Postulats eines lebenslangen Lernens, beispielhaft.

Den Neuburgern rief Thomas Goppel am Ende dankbar und ermunternd zu: „Eine erfolgreiche Sommerakademie 2011 und dann weiter so, noch viele, lange Jahre! Ad multos annos!“

An vorderster Front dazu wirken die künstlerischen Leiter der einzelnen Sparten mit, die Bürgermeister Heinz Enghuber in seiner Begrüßung erwähnte und die sich später auch selbst vorstellten: Professor Dr. Georg Brunner (Alte Musik), Professor Dr. Herbert Wiedemann (Klassik und Jazz) und Christian Frosch (Bildende Kunst). Letztmals ist heuer auch Kulturamstleiter Dr. Distl für das Konzept mitverantwortlich, ehe er in den Ruhestand geht. „Ich bin überzeugt, seine Handschrift wird über dieses Jahr hinaus noch lange lesbar sein“, bekundete Heinz Enghuber.

Beifall soll zum Bleiben animieren

Applaus gab es für alle Dozenten, die heuer wieder und/oder erstmals mit von der Partie sind. Besonders herzlich fiel er bei Rolf Dürr aus. Der Sterne-Koch aus Dinkelsbühl will sich heuer ebenfalls verabschieden, sollte aber durch den Beifall zum Bleiben animiert werden. Der Ausgang in dieser Frage ist noch ebenso offen wie es die Tore Neuburgs sind.

Quelle: Augsburger Allgemeine vom 31.07.2011, http://www.augsburger-allgemeine.de/neuburg/Farbtupfer-in-der-Kulturlandschaft-id16166756.html, zuletzt aufgerufen am 15.08.2011

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