Briefwechsel zur Sendung Klipp und Klar vom 1. Februar im RBB

15.02.2011 in Briefwechsel. Kommentare deaktiviert für Briefwechsel zur Sendung Klipp und Klar vom 1. Februar im RBB.

Brief vom 2. Februar 2011 aus Berlin

Betr.: Sendung Klipp und Klar, 1. Febr. 2011

Hochverehrter Herr Minister,

1. Als „Geberstadt“ hatte sich 1928 auch Berlin beschwert.

2. Die drei Diskussionsteilnehmer hatten sich gestern kenntnisreich und angemessen geäußert.

3. Die Wurzel der Berliner Finanznot wurde leider nicht erwähnt.

Ich erinnere nur an die ALLIANZ, die TELA, LANGENSCHEIDT, KINDLER, LOEWE (OPTA), SIEMENS, OSRAM oder KNORR-BREMSE.

* Herbert Quandt war Ihren Herrn Vater m.W. persönlich bekannt gewesen – ihm (und Bayern) verdankt BMW das Überleben.

Viele Unternehmen waren nach Baden-Württemberg abgewandert, die Banken nach Frankfurt/M., Versicherungen noch nach Wiesbaden, Bonn, Kö1n, Düsseldorf oder Hamburg.

4. Diese Verluste konnte und kann Berlin nicht ausgleichen.

Mit vorzüglicher Hochachtung und mit freundlichen Grüßen

Anlg.: Zur Abwechslung ein Beispiel aus Thüringen – Die HUK war 1933 in ERFURT gegründet worden, wanderte nach dem letzten Weltkrieg nach Bayern ab.

 

Antwort von Dr. Thomas Goppel

Sehr geehrter Herr …,

herzlichen Dank für die Mühe, die Sie sich gemacht haben, um einige Daten zur Diskussion in „Klipp und Klarg vom 1. Februar 2011 nachzuliefern. Gegen die Fakten, die Sie auflisten, wird niemand etwas sagen. Am allerwenigsten ich. Denn: „Geben ist seliger als Nehmen!“

Aber: Der Freistaat Bayern, der bis 1993 rund 3 Mrd. Euro aus der Länderkasse empfangen hat, hat in der Zwischenzeit seither in der Hälfte der Zeit (!) das Dreifache zurückgegeben und, was problematischer ist, muss dabei feststellen, dass die Empfängerländer mit den Geldmitteln, die sie erhalten, nicht ihre Haushaltslöcher stopfen, sondern sich nicht selten Luxus leisten, den wir uns nicht genehmigen (können), weil wir auf ein besonders gutes Wirtschaftsergebnis setzen. Das Durcheinander ist es, das uns gallig reagieren lässt und den Grant in uns aufstaut, der am liebsten nicht mehr zahlen möchte.

Frau Kube, die in die Sendung hinein noch angerufen hat, hat mir ihrer Feststellung des Pudels Kern getroffen: Sie monierte, dass die Empfängerländer sich Dinge leisten, die nicht zur Alltagssicherung der Bevölkerung im Nehmerland erforderlich sind und schlug vor, dass die Länder bei einer Vertragsänderung genau über die da erkennbare „Leistungslisteg handelseinig werden müssten. Wenn das geschieht, kritisiert niemand mehr die Tatsache, dass Berlin 75 Jahre nach seiner Blütezeit noch immer zu den „armen Verwandteng zählt.

Danke für Ihre Wortmeldung!

Mit freundlichem Gruß

Dr. Thomas Goppel, MdL

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