Generationenkonzept

Das Miteinander pflegen

Eine funktionierende Gesellschaftsstruktur, den Prototyp davon, finden wir dort, wo die Generationen mit ihren unterschiedlichen Anlagen, Fähigkeiten und Fertigkeiten, Kenntnissen und Erfahrungen zusammenleben und miteinander agieren.

Vertrauen muss wachsen

Heute, im Zeitalter der Globalisierung und Vernetzung, der Internationalisierung, ebenso der Individualisierung, deutlicher Ideologiedistanz und einer vermeintlich wachsenden Unabhängigkeit, berühmen wir uns einer kommunikativen Transparenz (Internet und Co.) ungeahnten Ausmaßes. Das vertrauensbildende Miteinander, das seit Generationen in den Familien gewachsen und gelebt ist, muss nicht neu entdeckt und erkannt werden. Aber jede Generation muss es wieder von Grund auf lernen und einüben.

Inklusion statt Isolation

Die Strukturen heute sind nicht darauf vorbereitet, dass ein solcher Generationenverbund tatsächlich gesellschaftlich hilft und entlastet. Wer ein Höchstmaß an Leistungsfähigkeit für alle generieren will, muss darauf achten, dass Hilfsbereitschaft untereinander selbstverständlich ist. Unsere Gesellschaft redet von Inklusion und verspricht, die Behinderten keinesfalls mehr auszugrenzen. Das kann nur gelingen, wenn sie das zuerst und auch zwischen den Generationen praktiziert.

Fördern und fordern – zwei, die sich bedingen und ergänzen

Dazu ist es erforderlich,

  • Gemeindestrukturen zu bewahren oder aufzubauen, die der Vereinsamung vorbeugen,
  • auch individuelle Teilnahme am Gemeinschaftsleben für alle zu ermöglichen (Verkehr, Kulturangebot, Gesundheitsvorsorge, Baugestaltung, Sozialnetzwerkeffizienz),
  • eine neue Wohnkultur zu entwickeln, die Generationen zusammenführt und weiterer Trennung vorbeugt,
  • ein Gesellschaftsleben zu ermöglichen, das erreichbar und bezahlbar bleibt oder wird und
  • die Gleichbehandlung der Generationen (unabhängig von ihrem Status) in überschaubarer Zukunft forciert. Auch da findet Inklusion ein großes Betätigungsfeld, entwickeln sich insbesondere in der ehrenamtlichen Fürsorge großartige, neue Potentiale. Sie wollen gepflegt sein.

Mitmachen statt „ausklicken“!

Neue Formen der Kommunikation gibt es in einer Fülle wie nie zuvor. Sie haben es entgegen entsprechender Vorhersagen geschafft, uns sprachloser zu machen denn je. „Gefällt mir“ beschreibt das beobachtende, aber distanzierte Wahrnehmen der Gegenwart, entbindet aber den Einzelnen gleichzeitig von jeglicher Verantwortung. Transparenz hat nur Sinn und Wert, wenn die Beobachtung der Realität auch Handlungsbereitschaft und Hilfeleistung, Mitleid und Abhilfe oder Unterstützung auslöst. Es muss uns daran liegen, nicht zu einer Gesellschaft von Zuschauern zu mutieren, sondern auch selbst wieder zu Mitspielern zu werden oder auch, es zu bleiben.

Bürokratie abbauen

Gesetzen, die solcher Entwicklung entgegenstehen, möchte ich künftig die Zustimmung verweigern, weil nur so Bürokratie wieder einen rechten Sinn bekommt: Sie ist nicht dazu da, die Verantwortung auf andere zu schieben, sondern die Garantie, dass wir in den Ernstfällen des Lebens und Alltages auf andere setzen können – und umgekehrt. In der Reihenfolge auch.