Im letzten ministerialen Umfeld

Als Wissenschafts- und Kunstminister hatte ich die Verantwortung für die

  • Universitäten,
  • Hochschulen für angewandte Wissenschaften,
  • Forschungseinrichtungen des Freistaats,

und durfte mich um unsere unvergleichliche kulturelle Vielfalt kümmern. Das zu beackernde Feld war weit, manchmal steinig, aber voll unerreichter Reize.

Wir haben eine Vielzahl von Reformen angepackt, die von der Optimierung unserer Hochschulstrukturen über die Positionierung der bayerischen Forschung im neuen, größeren Europa bis zur Schaffung besserer Studienbedingungen für unsere Jungakademiker reichten.

Die Einführung von Studienbeiträgen ist zwar bis heute umstritten, aber ein wertvoller Baustein zu einer Universität, die selbstbestimmt Ausgabenschwerpunkte für die Lehre setzen kann. Dabei sind wir in dieser Frage nach wie vor in der Lernphase. Obwohl die Studierenden zur Hälfte (neben den Professoren und Mitarbeitern) mitbestimmen, wohin die Gelder fließen, und damit auch in der Lage sind, den Beitragssatz zu variieren, gelingt es bisher nur wenigen Hochschulen den tatsächlichen Geldfluss präzise zu verfolgen und aufzuschreiben. Ein Zeichen auch dafür, dass die Finanzer und Volkswirte unter den Jung- und Altakademikern wieder lernen müssen, transparent zu wirtschaften?

Kunst und Kultur stiften historische und gesellschaftliche Identität. Sie machen Bayern als Lebenswelt und als Wirtschaftsraum attraktiv und erfolgreich. Denkmal- und Brauchtumspflege erhalten das Charakteristische und die Besonderheiten unserer Kultur. Wir werden auch künftig den selbstbewussten Anspruch unserer bayerischen Verfassung mit Leben erfüllen: “Bayern ist ein Kulturstaat.” So steht es dort, will es auch stets aktuell bewegt sein. Die Orte, an denen das der Staat zu gewährleisten hat, nutzen ihren Freiraum und liefern von sich aus die immer wieder notwendigen Impulse: Theater, Museen, Akademien aller Art, auch die Konzertsäle und alle die, die sie “bespielen”, bilden so Foren der Kreativität.