CSU-Politiker Thomas Goppel beklagt „tendenziöse“ Berichterstattung vieler Medien
In der CSU nimmt die Verärgerung über eine angeblich „tendenziöse“ Berichterstattung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk und Fernsehen zu. Nachdem vor einigen Wochen das CSU-Organ „Bayernkurier“ den Bayerischen Rundfunk als „Rot-Grün-Funk“ geißelte, meldeten sich jetzt auch in der CSU-Fraktion im Landtag mehrere Abgeordnete kritisch zu Wort. Unter ihnen der frühere CSU-Generalsekretär und Wissenschaftsminister Thomas Goppel. Er beklagt den Verlust von „Maß und Ziel in der Kritik“.
Frage: Herr Goppel, wie lange haben Sie – in Minuten gerechnet – das Dschungelcamp gesehen?Thomas Goppel: Vielleicht 20 Minuten, in sämtlichen Folgen zusammengenommen.
Sie haben also öfter mal reingeschaut?Goppel: Ich bin beim Zappen drei oder vier Mal hängen geblieben, aber beim Ekelgewürm mache ich immer Schluss, nutze den berühmten Knopf.
Der Verfall der Sitten ist Ihnen also nicht fremd. Warum regen Sie sich dann über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk auf?Goppel: RTL ist ein freier, frei finanzierter Sender. Da hab ich nichts reinzureden. Aber wenn ich morgens öffentlichrechtlich verantwortete Nachrichten höre, dann bekomme ich die von ARD oder ZDF und hab im Rundfunk fünf Sorten BR zur Auswahl. Dafür muss ich Gebühren zahlen. Und da vermittelt sich immer öfter und fortgesetzt der Eindruck, dass Journalisten nur und zuvorderst ihre Meinung zelebrieren, anstatt ordentlich zu berichten. Darüber beschwere ich mich. Oder besser gesagt: Ich frage nach.
Reden Sie darüber auch mal mit BR-Intendant Ulrich Wilhelm? Sie haben ja beste Beziehungen zu ihm. Schließlich war er, als Sie Minister waren, ihr Amtschef im Wissenschaftsministerium.Goppel: Selbstverständlich sage ich das auch dem Intendanten, wenn ich ihn treffe. Aber meine unmittelbaren Ansprechpartner sind die Redakteure und ihre Chefs, die direkt Verantwortlichen und nicht die Aufsicht.
Bekommen Sie Antworten, die Sie zufriedenstellen?Goppel: Na ja, da kommt dann die Berufung auf die Unterscheidung zwischen Bericht und Kommentar. Das lasse ich gelten. Aber der Kommentar muss vom Bericht abgesetzt sein. Das muss sauber getrennt werden. Der ständige Salat aus „Zwei in eins“ ist das Problem.
Soll denn Ihrer Meinung nach dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk jede Form von investigativem Journalismus untersagt sein?Goppel: Da müssen Sie mir jetzt erst mal sagen, was Sie darunter konkret verstehen.
Dass Journalisten sich einmischen.Goppel: Ja gut, das dürfen und das sollen sie. Aber es muss erkennbar sein. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist ein Institut der Gemeinschaft. Da darf man doch nachfragen, ob das alles so richtig ist, wie dort Meldungen zustande kommen.
Zum Beispiel?Goppel: Was mich und viele meiner Kollegen sehr geärgert hat, war der Umgang mit dem Amt des Bundespräsidenten. Was soll die Frage einer Reporterin: Darf der Bundespräsident lügen? Wenn Herr Wulff etwas nicht sagt, dann können wir doch nicht dem Amt etwas unterstellen, was die Person falsch gemacht hat. Auf diese Weise verlieren wir unsere gemeinsame Basis, unsere gemeinsamen Werte und beschädigen ganz nebenbei ein Amt und seinen Stellenwert.
Wie meinen Sie das?Goppel: Wir hatten in der Bundesrepublik nach dem Zweiten Weltkrieg ein gemeinsames Ziel, das hieß Freiheit statt Sozialismus.
Das war ein CSU-Slogan.Goppel: Ja, auch. Aber es war dennoch zuerst ein gemeinschaftliches Ziel. Auch der frühere SPD-Chef und Bundeskanzler Willy Brandt hat sich vom Sozialismus a la DDR abgegrenzt. Nach 1990 hat sich das geändert. Jetzt gibt es keine gemeinsam anerkannten Werte West oder Ost mehr, statt dessen werden Einzelne daran gemessen, ob sie irgendwelchen subjektiv definierten Kriterien genügen. Jeder reklamiert für sich, dass er das darf, was er (oder sie) gerade denkt oder tut. Ich sage, das ist kein Strickmuster für eine offene Gesellschaft. Darüber müssen wir reden.
Die Welt ist, wie der Philosoph Jürgen Habermas diagnostizierte, unübersichtlicher geworden.Goppel: Das ist ein treffender Begriff. Aber dass öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten die Unübersichtlichkeit zum Maßstab erheben, das geht nicht. Das macht auf Dauer den Staat kaputt. Wenn sich, zum Beispiel, jeder unter Familie was anderes vorstellt – Patchwork, gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften, Partnerschaften auf Zeit – dann geht jedes Maß für die staatliche Handlungsverpflichtung verloren. Familie ist Vater, Mutter, Kind. So steht es im Grundgesetz.
Mit Verlaub, kann es sein, dass Sie von gestern sind?Goppel: Selbstverständlich lege ich das Maß für unser gemeinsames Tun an den Erfahrungswerten von gestern an. Ich bin 64 Jahre alt. Nicht alles, was von gestern ist, ist deshalb schlecht. Mein Vater hat das 1962 schon vor dem Landtag gesagt: Im Mittelpunkt aller politischen Bemühungen steht der Mensch. Um diesem Prinzip Geltung zu verschaffen, brauchen wir einvernehmliche Grundsätze – auch heute, sonst funktioniert das nicht. Wenn Journalisten das Betreuungsgeld als Herdprämie definieren, dann beschimpfen sie Eltern, die sich um ihre Kinder kümmern wollen. Da geht jedes Maß verloren. Und das Problem dabei ist: Den Journalisten wird sofort unterstellt, sie wären neutral. Im Gegensatz dazu, die Politiker dürfen das nicht für sich beanspruchen.
Was fordern Sie?Goppel: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat die Aufgabe, die Situation darzustellen. Er hat nicht die Aufgabe, Stimmung zu machen oder Tendenzjournalismus zu betreiben. Da ist ein anderer Stil gefragt. Den reklamiere ich.
Thomas Goppel
Der CSU-Politiker Thomas Goppel wurde 1947 in Aschaffenburg geboren. Der Sohn des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Alfons Goppel war von 1986 bis 1998 und zwischen 2003 und 2008 in verschiedenen Funktionen Mitglied der bayerischen Staatsregierung. Thomas Goppel ist Mitglied des Bayerischen Landtags.
Das Gespräch führte Uli Bachmeier
Quelle: http://www.mainpost.de/ueberregional/meinung/-Meinung-ist-keine-Nachricht;art9517,6612877, zuletzt aufgerufen am 14.02.2012
Der frühere bay. Staatsminister referierte über das Thema „Bayern – Messlatte für Europa” und pries Bayerns Vielfalt als nachahmenswerte Erfolgsgeschichte.
Der Kreisverband Traunstein des Bayernbundes e.V. veranstaltete unlängst im Gasthof „zur Post Oberwirt“ in Chieming eine Informationsveranstaltung zum Thema „Bayern – Messlatte für Europa“. Als Referent konnte kurzfristig der ehemalige bayerische Staatsminister Dr. Thomas Goppel (CSU) gewonnen werden, der aus privaten Gründen in der Region weilte. Goppel sitzt seit 1974 im Bayerischen Landtag und ist unter anderem Vorsitzender des Gesprächskreises christlich-sozialer Katholiken, Aufsichtsratsvorsitzender des Kolping-Bildungswerk Bayern und Präsident des Bayerischen Musikrates.
Der Veranstaltung wohnten auch der CSU-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Klaus Steiner, Landrat Herrmann Steinmaßl, der ehemalige Ministerialdirigent Dr. Helmut Wittmann, Chiemings Erster Bürgermeister Benno Graf, Altbürgermeister Max Brunner sowie verschiedene Kreis- und Gemeinderäte bei.
Bayernbund als überparteilicher Zusammenschluss landesverbundener Bürger
Der Kreisvorsitzende des Bayernbundes Heinrich Wallner verwies darauf, dass der Bayernbund als überparteilicher Zusammenschluss landesverbundener und staatsbewusster Bürger in oder aus Bayern im vergangenen Jahr “bereits sein 90-jähriges Bestehen feiern durfte“. Ziel und Auftrag des Bayernbundes sei es, wie es hieß, unter anderem die christlich-abendländische Tradition und die Eigenstaatlichkeit Bayerns zu bewahren, die heimische Kultur, Brauchtum und Sprache aller Stämme zu erhalten, den Landschafts- und Naturschutz voranzubringen, die föderative deutsche Ordnung zu stärken und ein Europa der Regionen zu fördern. Bürgermeister Graf sprach davon, dass Europa gerade jetzt im Zuge der Euro-Krise wieder in aller Munde sei und vor großen Aufgaben stehe. Viele europäische Länder hätten schwer zu tun, „die Messlatte Bayerns zu erreichen“.
Goppel: EU als Ozeandampfer auf unruhiger See
Eine Lanze für die bayerische Identität und Eigenständigkeit brach Referent Dr. Thomas Goppel, der „die zentrale Lage unseres Landes in der Mitte Europas“ als großen Vorteil bezeichnete. Die mittlerweile aus 27 Staaten bestehende EU könne aber nur Erfolg haben, „wenn das Miteinander wie in einem eingespielten Orchester automatisch funktioniere“, betonte der 64-jährige CSU-Politiker mit Hinweis auf seine Funktion als Präsident des Bayerischen Musikrates. Derzeit sei es eher wie auf einem Ozeandampfer auf unruhiger See: „Allen is zum Speibn´, aber keiner kann aussteigen“. Nur wenn es gelinge, die Menschen für die gemeinsame europäische Sache zu begeistern, „hat dieses Europa eine gute Chance, die anstehenden schwierigen Etappen zu meistern“, zeigte sich der frühere bayerische Europaminister überzeugt.
Bayerns Vielfalt als Messlatte für Europa
Bayerns Vielfalt müsse Europa als Messlatte und Vorbild dienen, appellierte Goppel. So habe Bayern, in dem bereits 55 Prozent der Bürger Nicht-Bayern seien, in den vergangenen Jahrzehnten durch Zuwanderung unglaublich viel Kraft hinzugewonnen. Im Sinne von „Vernetzung statt Vereinheitlichung“ sollten die europäischen Länder an einem Strang ziehen, ihre Kräfte bündeln und dennoch ihre spezifischen Eigenheiten bewahren, so der gebürtige Unterfranke. Eine große Bedeutung spiele hier auch das christliche Menschenbild und „wie wir miteinander umgehen“. Wenn eigene Fehler gemacht würden, so Goppel, „müsse man diese auch anderen zugestehen und das, was ich anderen zumute, muss ich auch bei mir selbst akzeptieren können“.
EuRegio Salzburg–Berchtesgadener Land–Traunstein funktioniert
„Insbesondere für uns als Grenzregion ist eine funktionierende Europäische Union von größter Bedeutung“, betonte Landrat Steimaßl und verwies auf die erfolgreiche EuRegio Salzburg – Berchtesgadener Land – Traunstein. Die EuRegio sei in vielen Lebensbereichen wie etwa Tourismus, Verkehr, Kultur, Bildung, Wirtschaft, Jugend, Raumordnung, Natur- und Umweltentwickelung, Land – und Forstwirtschaft oder Sport eine wichtige Plattform und ein funktionierender Motor für die Zusammenarbeit zwischen bayerischen und Salzburger Gemeinden, Behörden und Einrichtungen. „Das 21. Jahrhundert ist in Europa ein Jahrhundert des Friedens, der Freiheit und des Demokratie, es ist euer Jahrhundert, macht was draus“, wandte sich der „überzeugte Europäer“ Steinmaßl an die anwesende Dorfjugend.
Bayerns Eigenständigkeit müsse weiter hochgehalten werden
Der CSU-Stimmkreisabgeordnete Steiner mahnte an, dass Europa nur funktioniere, „wenn man den laufenden Betrieb nicht über Kredite finanziert“. Die zunehmende Verschuldung sei nicht nur eine große Gefahr für die EU, sondern auch eine schwere Hypothek für die nachkommenden Generationen. Vor Gleichmacherei und Vereinheitlichung warnend, verwies Steiner exemplarisch auf das bewährte differenzierte bayerische Schulsystem, das keine Gesamtschulen nötig habe. Auch das Projekt „Bairisch in Kindergarten und Schule“ der Bayernbund-Kreisverbände Traunstein und Rosenheim sei ein ganz besonderer Ausdruck bayerischer Eigenständigkeit.
Am Ende der Veranstaltung bekam Referent Goppel aus den Händen des Bayernbund-Kreisvorsitzenden Heinrich Wallner ein Buch über die Chieminger Haus- und Hofgeschichte überreicht. Für die musikalische Umrahmung des geselligen Frühschoppens sorgte eingangs die Chieminger Blasmusik.
Quelle: http://markus-mueller.suite101.de/thomas-goppel-war-beim-bayernbund-traunstein-zu-gast-a130346, zuletzt aufgerufen am 02.02.2012
Moosburg – Er war witzig, geistreich, provokant und in einer wohldosierten Dosis arrogant: Thomas Goppel sorgte für einen der kurzweiligsten CSU-Neujahrempfänge der jüngeren Vergangenheit.
Der Mann hat Selbstdisziplin. Nur 40 Minuten wollte Thomas Goppel sprechen: „Die Information ist für die wichtig, die jetzt ein bisschen wegpennen wollen.“ Und der Gastredner hielt sich am Dienstagabend in der Moosburger Mehrzweckhalle daran. Wenigstens fast. Ermüdungserscheinungen stellten sich ohnehin nicht ein bei den zahlreichen Zuhörern, darunter CSU-Granden ebenso wie Lokalmatadore anderer politischer Couleur.
Mit dem ehemaligen bayerischen Europa-, Umwelt- und Wissenschaftsminister ist Andreas Müller bei seinem ersten Neujahrsempfang als Moosburger CSU-Ortsvorsitzender ein Glücksgriff gelungen. Denn Goppel gehört zu den Politikern, die unterhaltsam sein können, ohne ins Populistische abzugleiten. Seine Folklore ist ironisch gebrochen. „In Bayern gefällt es den Leuten, auch wenn etwas schief geht“, sagt er. „Immerhin haben wir 100 Kriege geführt, und nur einen gewonnen.“ Auch die Zuhörer nimmt er mit ins Boot. Vor allem Vize-Bürgermeister Martin Pschorr spricht er immer wieder direkt an. Dem SPD-Vertreter hält Goppel zugute: „Nicht jeder Sozialdemokrat liegt falsch, vor allem, wenn er eine gelbe Krawatte trägt.“
Die graue Alltagspolitik streift der 64-Jährige nur hin und wieder. Einmal wendet er sich gegen die „Piraten“: Mit der von ihnen postulierten absoluten Freiheit im Internet sei das Chaos vorprogrammiert. Ein anderes Mal spricht er sich gegen eine institutionalisierte Gleichstellung von Mann und Frau aus: „Die Quote ist Quatsch.“ Qualität setze sich durch. Und wieder die Ironie: „Ich bin überzeugt, dass spätestens im Jahr 2030 Stimmen nach einem Männerbeauftragten laut werden.“ Großer Applaus, auch von den Damen.
Hauptsächlich aber präsentiert sich Goppel als politphilosophierender „elder statesman“. Seine erste Frage: Was hat Bayern vorangebracht? Antwort: eine stete Regierungskraft, die ihren Weg gehen konnte, also die CSU, aber auch die große Integrationsleistung, dank der die Bevölkerung im Freistaat nach dem Zweiten Weltkrieg von sechs auf 12,5 Millionen Menschen gewachsen sei. „Wir sollten uns dafür feiern lassen, dass wir jeden zweiten ins Land geholt und ihm gesagt haben: Hilf mit!“ Die zweite Frage: Welche politische Idee ist geeignet, mit den Herausforderungen der Zukunft fertig zu werden? Nach dem Goppel’schen Ausschlussverfahren bleibt – freilich: die CSU.
Goppel hat sich dazu eine Geschichte einfallen lassen. Vor einiger Zeit habe er St. Martin zum Schutzheiligen der CSU erkoren – jenen römischen Reiter also, der einen am Wegesrand liegenden Verwundeten einen Teil seines Mantels gab und in der nächsten Stadt Hilfe organisierte. „Die Grünen würden sich zuerst um das Pferd kümmern“, meint er. „Und die Linken hätten den Verwundeten eingemauert.“ Martins Handlungsweise aber sei CSU-Politik: „Kommen, sich die Sache anschauen, feststellen, was geht und weiterreiten, wenn die Aufgabe erledigt ist.“
Quelle: Münchner Merkur, http://www.merkur-online.de/lokales/moosburg/goppel-moosburg-mia-san-mia-rede-hohem-niveau-1584399.html, zuletzt aufgerufen am 06.02.2012
Dr. Thomas Goppel beim Neujahrsempfang des CSU-Ortsverbandes in der Schäfflerhalle
Moosburg. “Für alle, die jetzt wegpennen wollen: Man hat mir 40 Minuten zugestanden.” Seine knappe Dreiviertelstunde hat Dr. Thomas Goppel am Dienstagabend beim Neujahrsempfang der CSU weidlich genutzt, um die Zuhörer in der Schäfflerhalle ironisch und geistreich wach zu halten, ja wach zu machen für die Herausforderungen der Zukunft, die seiner Überzeugung nach nur gemeinsam von allen gestaltet werden kann – “auf Basis eines christlichen Menschenbildes”. Dabei gab der ehemalige Minister auch seiner Sorge darüber Ausdruck, “dass alle etablierten Parteien in Gefahr sind, die nächsten Jahre nicht zu überleben” – wenn sie nicht auf Partizipation setzen, also auf Teilhabe der Bürger.
Erfreulich kurz gestaltete CSU-Ortsvorsitzender Andreas Müller die Begrüßungszeremonie, indem er für alle vertretenen Firmen, Institutionen, Organisationen, Kirchen und Vereine jeweils stellvertretend einen Gast begrüßte. “Es freut uns, Ihnen als engagierte Bürger ein Forum für Gespräche bieten zu können”, sagte Müller und betonte, auch der weitaus größte Teil der Politiker sei ehrenamtlich tätig.
“Liebe Freunde der CSU und solche, die ich heute gewinnen will”, wandte sich Thomas Goppel explizit an zweiten Bürgermeister Martin Pschorr in der ersten Reihe. Ihm versicherte er, nicht “zum Missionieren unterwegs” zu sein, “sondern zum Überzeugen”. Dazu nutzte er eine “Bilanz des Freistaates wie noch nie”: Die CSU-Regierung müsse seit 1945 viel gearbeitet haben, “denn damals waren wir da, wo Griechenland heute ist – Vorletzter”. Dass Bayern heute an der Spitze stehe, verdanke das Land zum einen seiner idealen Lage in Europa und in der Zeit, zum anderen aber auch seiner dank Zuzug seit damals mehr als verdoppelten Bevölkerung.
Mehr dazu in der Moosburger Zeitung vom 2. Februar!
Quelle: Dingolfinger Anzeiger, http://www.idowa.de/dingolfinger-anzeiger/container/container/con/967867.html, zuletzt aufgerufen am 06.02.2012
Chieming (bjr). Mit einem drastischen Vergleich schilderte Dr. Thomas Goppel beim musikalischen Frühschoppen des Bayernbunds mit der Blaskapelle Chieming im Gasthaus „Oberwirt“ die derzeitige Situation in Europa. Es sei wie auf einem Ozeandampfer in schwerer See: „Allen ist zum ‚Speibn’, aber keiner kann aussteigen.“ Deshalb müsse man die Menschen begeistern, an Europa zu bauen. Bayern sei dabei eine Messlatte für Europa.
Bayern sei das älteste Teilglied der deutschen Gemeinschaft und nach Athen und Rom in Europa. Die Geschichte Bayerns sei der Maßstab, so Goppel mit Blick auf die enorme Fluktuation: „Jährlich kommen 150 000 Menschen zu uns, gleichzeitig gehen 100 000 wieder.“ Dadurch hätte das Land stets eine Zufuhr an Wissen und Erfahrungen, Risiken und Chancen. Man müsse nur aufpassen, „dass die Richtigen dableiben“.
Nach dem Krieg habe es in Bayern sechs Millionen Menschen gegeben, heute habe das Land zwölf Millionen Einwohner. „Aus eigener Kraft haben wir Bayern nicht zugenommen“, stellte Goppel fest. Rund 1,5 Millionen Menschen seien aus dem Sudetenland, Egerland und Schlesien gekommen. Sie hätten nichts dabeigehabt, „aber uns Bayern vorgemacht, dass man schneller sein muss, wenn manbei den Ersten sein will“. Weitere 1,5 Millionen seien aus den USA und dem Rest der Welt zugereist, weil sie erlebt haben, dass es sich lohnt, in Bayern zu leben. Mit den 1,5 Millionen Menschen aus dem Ostblock sei man in Bayern gegen Ideologien gefeit, „weil diese den ‚Käse’ schon einmal mitgemacht haben“. Durch weitere 1,5 Millionen „aufgeheirateter“ Preußen habe Bayern unglaublich viel an Kraft gewonnen.
In der Mitte Europas zu liegen, sei ein riesiger Vorteil für das Land, weil es rundherum Dynamik erlebe. Andererseits müsste man bei allen politischen Entscheidungen im Auge haben, sich mit der Nachbarschaft zu entwickeln. Bayern habe in seiner 1500-jährigen Geschichte von 130 Kriegen nur einen gewonnen, stehe als Verlierer heute trotzdem an der Spitze.
Das europäische Bild sei die Festlegung, dass bei Entscheidungen der Mensch das Maß aller Dinge sei. „Es gibt zwar einen bequemeren Weg im Umgang mit anderen, aber keinen menschlicheren“, betonte Goppel. Wenn jemand wisse, dass er einen Fehler mache, müsse er dies auch zugestehen. Dies sei die Messlatte für die Zukunft. Bei Bundespräsident Christian Wulff sei jedoch der Pranger wieder eingeführt worden. „Wir sind hier auf einem Weg, den es aufzufangen gilt“, so der ehemalige Staatsminister.
Einer der wesentlichen Ansätze in Bayern sei das gegliederte Schulsystem. 43 von 100 Hochschülern hätten kein Gymnasialabitur. Nicht mit Vereinheitlichung, sondern mit Vernetzung kämen wir weiter. Ziel in Europa müsse sein, uns nicht über andere zu erheben, sondern ihnen zu sagen: „Zeig’ mir deine Einmaligkeit, damit wir in den Wettbewerb eintreten können!“ Für die Zukunft Bayern sehe er viele Chancen. Wichtig sei dabei, Neues mutig anzugehen und nicht alte Ideen, die man nicht verwirklicht habe, durchzusetzen.
Manche Länder in Europa hätten zu tun, um die Messlatte Bayerns zu erreichen, stellte Chiemings Bürgermeister BennoGraf fest. Er sprach die Hoffnung aus, dass Europa in finanzieller Hinsicht Lösungen finden werde. Dies werde die Hauptaufgabe der nächsten Zeit sein. Landrat Hermann Steinmaßl wies auf die verschiedenen Geschwindigkeiten der Volkswirtschaften in Europa hin. Als Grenzland sei es für Bayern von größter Bedeutung, dass Europa nachhaltig funktioniere. „Ich bin ein überzeugter Europäer“, bekannte Steinmaßl. Durch Europa habe man heute ein Jahrhundert des Friedens, der Freiheit und der Demokratie.
Europa werde nur funktionieren, wenn der laufende Betrieb nicht weiter über Kredite finanziert werde, gab MdL Klaus Steiner zu bedenken. Der neue Weg müsse sein, nicht nur keine neuen Schulden zu machen, sondern Schulden zurückzuzahlen. Andernfalls verbaue man die Zukunft der Kinder. Nur Bayern schaffe mit seinem differenzierten Schulsystem Chancengleichheit in der Bildung. Das Projekt „Bairisch in Kindergarten und Schule“ der Bayernbund-Kreisverbände Traunstein und Rosenheim sei dabei ein Kennzeichen bayerischer Eigenständigkeit.
Quelle: CHiemgau Online, http://www.chiemgau-online.de/portal/lokales/trostberg-traunreut_Bayern-als-Messlatte-fuer-Europa-_arid,1989281.html, zuletzt aufgerufen am 01.02.2012
München – Der CSU-Landtagsabgeordnete Thomas Goppel ist neuer Vorsitzender des Landesdenkmalrats. Der bisherige Vorsitzende Bernd Sibler (CSU) war nach seiner Ernennung zum Staatssekretär im Kultusministerium aus dem Gremium ausgeschieden. Der Landesdenkmalrat berät die Staatsregierung und wirkt an wichtigen Fragen der Denkmalpflege mit. Neben Vertretern der Parteien gehören ihm die Repräsentanten jener Interessengruppen an, die von Denkmalschutz und Denkmalpflege berührt werden, etwa Kommunen, Kirchen, Denkmalbesitzer und Architekten. hak
Quelle: Süddeutsche Zeitung, http://www.sueddeutsche.de/r5X38E/443799/Goppel-leitet-Landesdenkmalrat.html, zuletzt aufgerufen am 01.02.2012

Auf Einladung von Staatsminister a. D. Dr. Thoma Goppel, MdL (vierter von links) besuchte unter der Führung der Kreisvorsitzenden der Seniorenunion Cordula Sohmen (rechts von Dr. Goppel) und des Vorstandsmitglieds Alfred Doll (erster von rechts) eine Gruppe der Seniorenunion Landsberg den Bayerischen Landtag. Auf dem Programm stand eine filmische Einführung in die Arbeit des Landtags, die Teilnahme an einer Plenarsitzung und eine Gesprächsrunde mit Dr. Thomas Goppel.
In der Plenarsitzung erlebten die Landsberger einen Höhepunkt parlamentarischer Arbeit, stand doch die Regierungserklärung des Ministerpräsidenten zum Thema „Lebensqualität sichern, Zukunft gewinnen. Gemeinsam für eine starke Heimat – Aufbruch Bayern“ auf der Tagesordnung. So konnten sie über eine Stunde den mit Zwischenrufen gespickten Schlagabtausch zwischen Regierung und Opposition als Lehrstück politischer Bildung verfolgen.
Krönender Abschluss war die Diskussionsrunde mit Dr. Thomas Goppel, in der die langjährige politische und parlamentarische Erfahrung des zuständigen Landtagsabgeordneten deutlich wurde. Er nahm bei den angerissenen Themen kein Blatt vor den Mund. Zur Sprache kamen die Ursachen von Politik- und Parteienverdrossenheit, die Auswirkungen des Wertewandels in unserer Gesellschaft, die Notwendigkeit zukunftsorientierter Bildungspolitikpolitik, aber auch aktuelle kommunalpolitische Themen im Raum Landsberg.
Mit sehr großem Beifall wurde von den Teilnehmern die Absicht Goppels bedacht, bei der Landtagswahl 2013 noch einmal auf der Oberbayernliste zu kandidieren.
Kauferinger Montessorischüler spielen einen Vormittag lang Politiker
Kaufering Im Landtag geht es schon ein bisschen anders zu als im Kreistag oder im Gemeinderat. Wie anders, das durften die Acht- und ein paar Siebtklässler der Montessorischule Kaufering einen Vormittag lang üben und ausprobieren. In den Wochen davor hatten sie sich gemeinsam mit ihrem Lehrer Tobias Rösner vorbereitet und in die Materie eingearbeitet. Unterstützend dazu beteiligten sie sich laut Rösner am „ZISCH-Projekt“ unserer Zeitung.
Zu Beginn des Planspiels erzählte der Landtagsabgeordnete Dr. Thomas Goppel den Schülern ein wenig über den Landtag und die dortige Art zu arbeiten, die sich von der in kommunalen Gremien in mancherlei Hinsicht unterscheidet. Vieles werde innerhalb der einzelnen Fraktionen, in Ausschüssen beraten und diskutiert, bevor es in den Landtag zur Abstimmung kommt. Dass es dieses Planspiel gibt, findet Dr. Goppel sehr gut, weil damit bei den Jugendlichen Interesse für die Politik geweckt werde. „Denn wenn es zum Alltag wird“, so der Landtagsabgeordnete, „dass nur noch wenige zum Wählen gehen, dann ist das nicht so gut.“ Dann durften die Schülerinnen und Schüler Planspiele machen. „Wir tun so als ob“, erklärte Dr. Heike Hoffmann von der „Forschungsgruppe Jugend und Europa“ (fgje), „jeder schlüpft in eine Rolle. Ihr dürft heute Vormittag den Gesetzentwurf ’Ausweitung der Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen’ diskutieren und möglicherweise als Gesetz verabschieden. Ihr werdet debattieren, verhandeln, koalieren, genau wie es in der Politik zugeht. Dafür werdet ihr als erstes einer der fünf im Bayerischen Landtag vertretenen Parteien zugelost.“
Schüler werden den Parteien zugelost
Hoffmanns Team – einige Politologiestudenten von der LMU München – verteilte „Geheimpapiere“ in verschieden farbigen Mappen, jede Farbe und damit auch jeder Schüler mit einer solchen Mappe war einer Partei zugeordnet/zugelost. In den Mappen befanden sich zum Nachlesen: der Gesetzentwurf und die Position der jeweiligen Partei zu diesem Gesetz. Die Fraktionen zogen sich zur Beratung zurück und diskutierten mehr oder weniger engagiert. Besonders zäh lief die Debatte bei der größten Fraktion, der „CSU“. Dort musste den Abgeordneten immer mal wieder helfend unter die Arme gegriffen und Anschub geleistet werden. Bei den kleineren Gruppen war es umso heftiger, hier stritten Parteimitglieder, es wurden mehr oder weniger erfolgreiche Koalitionsgespräche mit anderen Fraktionen geführt und sogar die Presse als Kommunikationsmittel in Anspruch genommen. Im „Plenarsaal“ trafen sich alle zur konstituierenden Sitzung mit Bekanntgabe der Abgeordnetennamen, der Fraktionsvorsitzenden und der Ausschussmitglieder.
Am Ende kein Gesetz verabschiedet
Weil die Schüler sich die Namen selber geben durften, saßen in den Reihen – zwischen Doktoren und Professoren – Schneewittchen und James Bond, Bart Simpson und Dornröschen. Sogar „Horst Seehofer“ mischte eifrig mit und hatte in seiner Partei, es war die „CSU“, gleich den Fraktionsvorsitz übernommen. Nach der ersten Lesung gingen die Beratungen in den Ausschüssen weiter, es gab eine Beschlussempfehlung und eine weitere Fraktionssitzung. Nach der zweiten Lesung wurde ein Beschluss gefasst, das Gesetz verabschiedet. Oder besser gesagt es hätte verabschiedet werden können: In Kaufering war das nicht möglich, weil sich einige Abgeordneten bei der Abstimmung nicht an die vorher getroffenen Abmachungen hielten. (löbh)
Quelle: Landsberger Tagblatt Nr. 20 vom 25.01.2012, Seite 37
Zu Gast und im Gespräch: Der neue evangelische Landesbischof Prof. Bredford-Strohm (2.v.l.); Ministerpräsident Horst Seehofer, Sprecher der ChristSozialen Katholiken in der CSU, MdL und Staatsminister a.D. Dr. Thomas Goppel, CSU-Fraktionsvorsitzender Georg Schmidt (r.)
Zur Jahreswende richtet der Vorsitzende der Gesellschaft zur Förderung der Augustinus-Forschung e.V., Dr. Thomas Goppel MdL, das Wort an die Mitglieder, Freunde und Förderer der Gesellschaft.
Liebe Freundinnen und Freunde in unserer Gesellschaft,
verehrte Damen und Herren, geschätzte Gäste unserer Förderriege!
Sicher nicht allein in unserem wieder gewachsenen Kreis von Mitgliedern bin ich, wenn ich bekenne, dass mich alljährlich rund um die Jahreswende Gedanken beschleichen, die aus der banalen Abrundung eines Jahres so etwas wie Endzeitstimmung werden lassen: Geht da wirklich nur 2011 zu Ende? War das, was es geboten hat, wirklich alles, wozu das Jahr und wozu ich selbst fähig war? Bin ich in diesem Jahr gescheiter, weiser, ruhiger, gelassener, souveräner geworden? Waren die Akzente, die andere für mich, ich für andere und wir gemeinsam für uns gesetzt haben, alle zielführend und wegweisend? In welchem Fach ist das Kapitel 2011 abzulegen? Auf der Haben- oder der Soll-Seite?
Bevor ich mich im Sinnieren über so viel Formales und Gefühlsbetontes verliere, will ich jeden aus unserem Kreis seinen eigenen Gedanken überlassen und hoffen, dass Sie wie ich am Ende dazu neigen, einmal mit dem Unterarm über den großen Schreibtisch des Jahres 2011 zu fahren und alles, was problembehaftet bleibt und nicht zu bewältigen war oder ist, für einen Neuanfang auf die Seite zu schieben:
Wir können mehr als wir vermuten!
Wir leisten uns das Richtige!
Wir schenken uns (gegenseitig) Zeit!
Wir sind nicht allein!
Wir brauchen Geborgenheit! – In jeder Hinsicht, um uns frei zu fühlen und doch zu wissen, was wir an unserem Daheim haben!
Dass uns das, was die Gesellschaft zur Förderung der Augustinus-Forschung angeht, im ablaufenden Jahr gelungen ist, hier feste Schritte weiterzukommen, beweist die Bilanz, die wir nicht nur im Internetportal www.augustinus.de ziehen, sondern auch in der Abfolge von Ereignissen und Erlebnissen, die wir – in der Gemeinschaft und je für uns – aufaddieren dürfen:
- Ein Lektüreseminar im Januar,
- Eine Vortrags- und Bilderpräsentation über „Augustin in Karthago“ am 18.02.;
- Die Präsentation des 3. Bandes des Augustinus-Lexikons am 27.05.;
- Studientage mit dem Rahmenthema „Das Schöne in Theologie, Philosophie und Musik“, während Cornelius Petrus Mayer das Schöne gekrönt findet bei einer Privataudienz im Vatikan. Wir erfahren: Papst Benedikt XVI. ist nicht nur Augustins, sondern auch Petrus‘ Freund!
- Die Jahresvollversammlung der Gesellschaft mit dem Festvortrag „Der Prediger Augustinus – eine überraschende Entdeckung“
- Die Widmung des 3. AL-Bandes an den Würzburger Bischof am 29. September und
- Feier des 50. Geburtstages von PD Dr. Christof Müller am 7. 11., der als Nachfolger von Prof. Mayer auf der Jahresvollversammlung 2011 in den Vorstand gewählt wurde und bereits auch imZentrum für Augustinus-Forschung in leitender Funktion tätig ist. Zu erwähnen sind diesbezüglich die Vorbereitungen auf das im neuen Jahr geplante fünftägige Internationale Symposium in Rom unter der Überschrift „Kampf oder Dialog – Begegnung von Kulturen im Horizont von AugustinsDe civitate dei“.
Wer sich nur für Zahlen interessiert, wird gern notieren: Wieder hat die Begeisterung für unseren Internet-Auftritt zugenommen. Ein Blick auf unsere Statistik der Zugriffe lohnt. Augustinus ist überall. Cornelius Petrus Mayer, unser Mentor und Spiritus Rector, hat es geschafft! Sein Lebenswerk ist lebendig und bleibt es! Grund zur Freude und Dankbarkeit! Ihm gegenüber und den Mitstreitern, den Mitgliedern in unserer Gesellschaft, den Freunden am Rande und in den Gremien, dem Himmel für den Segen über dem Werk und der Hölle für ihre neuerliche Zurückhaltung!
Frohe Weihnachten, gesegnete Tage und einen fulminanten Start in ein in jeder Hinsicht interessantes Schaltjahr 2012!
Ihr nach dem kleinen Schauder zur Jahreswende wieder froh gestimmter
Dr. Thomas Goppel, MdL